Projekte

Unsere zur Zeit laufenden Projekte:

In Schirgiswalde trafen sich eine Gruppe Schüler eines Lyzeums aus St-Jacut-Les-Pins in der Bretange und eine Gruppe Altenpflegeschüler der Euro-Schulen in Meißen zu einem einwöchigen gemeinsamen Seminar.

Für die Schüler beider Schulen war dieses Treffen ein Erlebnis. Ein Erlebnis, weil trotz Sprachbarrieren gleich mit Beginn des Zusammentreffens eine herzliche und freundschaftliche Atmosphäre entstand. Es erstaunte alle, dass man sich so schnell und unkompliziert verständigen konnte. Ein Verhältnis, das in seiner Offenheit und Kameradschaftlichkeit die ganze Woche anhielt und alle Beteiligten zu einer intensiven Seminararbeit anspornte.

Ein Erlebnis aber auch, weil viel Wissenswertes zu den politischen, sozialen und Bildungssystemen der jeweiligen Länder vermittelt werden konnte. Mit großem Erstaunen mussten unsere Gäste nicht nur einmal erfahren, dass Deutschland in seinem Bildungssystem zwar auf der einen Seite eine Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten und Abschlüssen aufweisen kann, aber auf der anderen Seite nicht wenig Probleme mit ihrer deutschlandweiten Anerkennung bestehen. So ein großes, wirtschaftlich und kulturell starkes Land als ein Sammelsurium von bildungspolitischen Kleinstaaten, das war schwer vorstellbar.

Bei einem gemeinsamen Besuch des Landtages in Dresden konnten sich alle ganz nah Informationen zum politischen System in Deutschland und Sachsen und zur Bildungspolitik in Sachsen bei der Abgeordneten des Landtages, Frau Karin Strempel, holen. Frau Strempel stellte anschaulich und überzeugend die Arbeit eines Landtagsabgeordneten in Sachsen dar und machte den Jugendlichen Mut sich politisch aktiv zu betätigen.

Für die französischen Jugendlichen war auch der Besuch des Caritas Altenpflegeheims St. Michael in Dresden ein bleibendes Erlebnis. Herr Herda, Leiter der Einrichtung, führte die Schüler und informierte fachlich versiert und mit viel menschlichen Einfühlungsvermögen. Dieses moderne und sehr gut geführte Pflegeheim hat unsere französischen Gäste begeistert und es wird ihr Anliegen sein, unseren Schülern ihre ähnlich gut geführten Pflegeeinrichtungen beim Gegenbesuch der Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege der Euro-Schulen im November diesen Jahres in Frankreich zu zeigen.

Gemeinsames Seminar französischer und deutscher Pflegeschüler in Séné in der Bretagne

Mitte Oktober reiste eine Gruppe von Schülern der Altenpflegeausbildung der Euro-Schulen Görlitz und Riesa/Meißen zu einem gemeinsamen Seminar des Institutes für interkulturelle und europäische Studien mit Schülern der ISSAT-Bretagne-Süd. Im Gegenbesuch zum Aufenthalt der französischen Schüler im Frühjahr diesen Jahres in Sachsen lernten die Teilnehmer die unterschiedlichen sozialen Sicherungssysteme, insbesondere in der Alten- und Behindertenpflege kennen.

Diese Seminar ist in die Ausbildung aufgenommen worden, um den Schülern den europäischen Charakter der Probleme der Überalterung der Bevölkerung darzustellen und zugleich unterschiedliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Frankreich, und insbesondere die Bretagne, haben gleiche Probleme bei der Sicherung der Betreuung und Pflege ihrer älteren Bevölkerung. Die finanzielle Belastung wächst auch bei ihnen sehr stark und führt zu einer zunehmenden Verschuldung der Träger. Um dem entgegen zu wirken, werden dort die Familienangehörigen in ähnlicher Weise in die Verantwortung genommen wie in Deutschland. Gleichzeitig versucht man der Kostenentwicklung mit einer kombinierten Form der Betreuung alter Menschen mit unterschiedlichem Pflegebedarf entgegen zu wirken.

Beeindruckend waren die unterschiedlichen Einrichtungen und die erzielten Ergebnisse in der Betreuung Behinderter und dementer alter Menschen sowie in den verschiedenen Bereichen der Alten- und Sozialpflege. Ähnlich wie in unserem Land gibt es eine ausgeprägte Spezialisierung in der Betreuung und Pflege, aber auch eine Reihe von Besonderheiten, die Anregungen zu Diskussionen gaben.

Bei einem Besuch der Departements-Verwaltung von Morbinhan, dem Generalrat, wurden den Teilnehmer auch Eindrücke zur Region und ihrer politischen und wirtschaftlichen Verwaltung vermittelt. Frau Année, stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates, gab im Anschluss einen Empfang zu ehren ihrer Gäste.

Diese umfangreiche Programmvielfalt war Anlass für einen Austausch der Gedanken und Anregungen, wobei sprachliche Probleme zunehmend ausgeräumt werden konnten. Hilfreich war dabei die Unterstützung durch die Sprachanimateure des Instituts für interkulturelle und europäische Studien. Bei diesem zweiten gemeinsamen Beisammensein wurden Freundschaften vertieft und persönliche Kontakte ausgebaut, deren weitere Pflege wünschenswert ist.

Die Euro-Schulen in Görlitz und Riesa/Meißen wollen den internationalen Charakter ihrer Ausbildung, entsprechend der Situation in den europäischen Ländern, ausbauen. Dabei wird der Austausch mit Schülern aus Frankreich weiterhin eine große Rolle spielen.

Die Leitungen der Schulen in Saint-Jacut-let-Pins und in Görlitz und Riesa waren sich daher nach Ablauf des Seminars einig, dass diese Form der Ausbildung und des gegenseitigen Kennenlernens weiter geführt werden sollte. Durch sie werden der Wissenstand erweitert und zugleich wichtige Erfahrungen bei der Erschließung der Lebensverhältnisse anderer Länder der Europäischen Union gesammelt.

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